Samstag, 20. Juli 2013

Rezension - Incarceron

ENDLICH!
Vor knapp einem Monat habe ich mir ein gewisses Buch gekauft und, weiß der Himmel warum, in so winzig kleinen Häppchen gelesen, dass es bis heute gedauert hat, ehe ich es ausgelesen habe.
Aber hey - besser spät als nie! Gesetz Nummer Drei des Codex der duncelbunten Zeiten!

Incarceron - Fliehen heißt sterben

Man hatte Finn zu Boden geworfen und an die steinernen Platten des Transitweges gekettet.

Es ist ein gewaltiges Gefängnis. Sein Inneres besteht aus gigantischen Metallwänden, verfallenen Städten und endlosen Weiten. An diesem Ort gibt es keine Freundschaft. Es gibt keine Hoffnung, kein Entkommen. Doch der junge Häftling Finn hat eine Verbindung nach Außerhalb, zu Claudia, der Tochter des Gefängnishüters.
Sie ist Finns einzige Chance, aus Incarceron zu entkommen, und er wiederum ist Claudias letzte Hoffnung, dem goldenen Käfig ihres eigenen Lebens zu entfliehen. Doch Finns und Claudias größter Feind ist Incareron selbst, das seine Insassen wie ein hungriges Raubtier belauert.
Denn dieses Gefängnis lebt!

Dieses Buch war ein absoluter Coverkauf und das deutsche Cover ist definitiv schöner als das Original! Das da unten ist das böse Original. Allerdings muss ich sagen, hier ist der Schlüssel ähnlicher dem in der Geschichte.
Original Cover
In dem Buch "Incarceron" geht es um den Häftling Finn, der im Gefängnis Incarceron lebt und ein Sternenseher ist. Das bedeutet, er hat Visionen und sieht in diesen die Sterne von Außerhalb. Aufgrund wirrer Erinnerungen glaubt Finn, dass er kein Sohn Incarceron ist, sondern von Außerhalb stammt. Als ihm ein Kristallschlüssel in die Hände fällt und er Kontakt zu Claudia, der Tochter von Incarcerons Hüter, Kontakt aufnimmt, begibt er sich zusammen mit dem Sapient Gildas, seinem Eidbruder Keiro und dem Hundemädchen Attia auf die Suche nach dem Ausgang Incarcerons. Claudia vermutet in Finn den hinterhältig ermordeten Prinzen Giles, dessen Platz nun sein unausstehlicher Bruder Caspar einnimmt.
Doch sowohl Außerhalb als auch Innerhalb warten große Probleme auf Claudia und Finn, nicht zuletzt, weil Claudia mit Caspar zwangsverheiratet werden soll und Incarceron mit allen Mitteln versucht, seine Kinder bei sich zu behalten.

Ganz allgemein - mit keinem der Charaktere von "Incarceron" konnte ich mich wirklich identifizieren.
Finns verzweifelte Hoffnung an seine Herkunft von Außerhalb, Claudias trotzige, tapfere Art, Keiros Arroganz, Gildas' Besessenheit und Attias grenzenlose Treue fremd. Ich würde wahrscheinlich in keinem Fall so handeln wie die Charaktere von "Incarceron", aber das ließ mich die Geschichte aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Einige Nebelfiguren wie Lord Evian, Caspar und Königin Sia sind mir zu kurz gekommen und die mystische Gestalt Sapphiqque hätte sich ihren Fünf-Sekunden-Auftritt auch sparen können und lieber eine Legende bleiben sollen.

Es gab genau zwei Personen, die mir ganz gut gefallen haben: Das war einmal Claudias Lehrer, der Sapient Jared, und Claudias Vater, der Hüter von Incarceron John Arlex.
Jared konnte durch seine unfassbar väterliche Art überzeugen und John Arlex punktete mit einer beeindruckenden charakterlichen Entwicklung.

Ich mochte auch die Darstellung vom lebenden Gefängnis Incarceron, aber ich bin mir nicht sicher, ob man das als Charakter betrachten kann.


Viel zu viel auf viel zu wenig Seiten!
Der Umfang des Buches (475 Seiten) wäre angemessen gewesen, wenn Finn einfach nur mit dem Schlüssel nach dem Ausgang gesucht und Claudia bloß in die Königsfamilie eingeheiratet werden sollte. Die Verbindung mit Prinz Giles wäre ausreichend gewesen.

Meiner Meinung nach hätte das Buch, wenn alle Ideen vernünftig ausformuliert wären, den doppelten Umfang haben müssen. Vor allem hätte ich mir mehr Szenen mit Incarceron gewünscht, also Momente, in denen sich das Gefängnis in Aktion zeigte. Auch die Geschichte der zukünftigen Welt wurde nur mal am Rande eingeflochten, obwohl die erklären sollte, warum ein Gefängnis wie Incarceron überhaupt nötig war.

Zum Schreibstil gibt es nicht allzu viel zu sagen. Es war nichts sehr herausragendes, ob versuchte die Autorin mit poetisch formulierten Landschaftsbeschreibungen zu punkten. Hätte nicht sein müssen. Die Einteilung in Kapitel und die zusätzlichen 4 Abschnitte machen es leicht, von Kapitel zu Kapitel zu lesen und "Incarceron" somit Stück für Stück zu "genießen".

Nun müssen aber auch positive Punkte genannt werden!
Was mir an "Incarceron" am besten gefallen hat, war die Darstellung der Menschen. Dieses Buch hält uns angeblich intelligenten Lebensformen einen Spiegel vor die Nase und zeigt uns die bittere Wahrheit: Keiner ist perfekt. An Keiros Beispiel wird das sehr schön deutlich. Deshalb kann der Mensch auch nichts perfektes erschaffen, denn er vergiftet selbst das Paradies mit seiner Bosheit.
Mir ist diese Sache sehr wichtig und deshalb finde ich es gut, wie klar "Incarceron" diese Botschaft übermittelt.

Titel: Incarceron - Fliehen heißt sterben
Reihe: Incarceron - Sapphiqque
Autor: Catherine Fisher
Verlag: Penhaligon Verlag
Preis:
18,99
Altersempfehlung: ab 13 Jahre (meine Empfehlung)

Von Coverkäufen rät ab
Miss Duncelbunt.


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