Mittwoch, 23. Oktober 2013

Rezension - Sommer war gestern

Sommer war gestern

Hinter der Rotbuche verschwand die Sonne, und mit einem Surren fuhren die Jalousien nach unten.

Ela und Kati sind beste Freundinnen, leben in der Provin und würden sich um den Verstand langweilen, hätten sie ihre Träume nicht: Sie wollen raus aus dem öden Dorf und nach New York oder jedenfalls dahin, wo das Leben ist. Aber vor die Träume hat das Leben die Realität gestellt.

Das Cover zeigt einen Sommerabendhimmel, allerdings etwas verwischt. Ich finde die Darstellung ziemlich langweilig und auch wenn es zum langweiligen Dorfleben passt, würde ich das Buch nicht des Covers wegen aus dem Regal nehmen.

In "Sommer war gestern" geht es um Kati und Ela, zwei Dorfbewohner, die ihr Heimatort ordentlich nervt. Sie schmieden Pläne von New York und einem Modelabel, doch in Form der Städerin Anouk wird die Freundschaft der Mädchen auf ihre Welttauglichkeit geprüft.

Ela ist eine Regelbrecherin, eine Glücklichseinwollerin, eine die nach Freiheit strebt. Kati ist ein Angsthase, eine Regeleinhalterin, eine die die Freiheiten zu Hause gar nicht ausnutzt. In dieser Hinsicht konnte ich mich total mit Kati identifizieren. Der Wunsch nach dem "Ich will einfach nur Glücklich sein" deckt sich wiederum mit Ela.
So haben beide Charaktere Züge gezeigt, die ich verstehen konnte und welche, dir mir total gegen den Strich gingen - die Häufung des Wortes "geil" in ihren Dialogen zum Beispiel, diese komplett unrealistische Sache mit London und New York und Elas vollkommen dämliche Wutausbrüche.

"Sommer war gestern" ist in jedem Falle unterhaltsam für mich gewesen. Ich habe die Autorin im Sommer kennen gelernt und mich jetzt beim Lesen immer wieder gefragt: "Echt jetzt? SO stellt sie sich ein Jugendleben vor?"
Teilweise mag das stimmen, mir persönlich kamen manche Textstellen einfach nur lächerlich überzogen vor.
Sieht man über jene Stellen hinweg, offenbart sich die Suche nach Freiheit und die Tatsache, dass auch Freiheit einengend sein kann. Kati reflektiert die sich ausbreitende Meinung von "Hauptsache genug verdienen, obs Spaß macht, ist egal" im Sinne von "irgendwie über die Runden kommen", während Ela den Teil mit der Orientierungslosigkeit übernimmt und sich aller zwei Sekunden neu verliebt.
Ein nettes Buch für zwischendurch, aber ich persönlich kann es nicht ganz ernst nehmen.

Titel: Sommer war gestern
Autor: Ute Wegmann
Verlag: dtv Verlag
Preis:
8,95 €

Altersempfehlung: ab 14 Jahre (meine Empfehlung)

Bounty und Sina als Leser begrüßt
MissDuncelbunt.

Quelle

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