Samstag, 4. Januar 2014

Rezension - Kinder des Nebels

Kinder des Nebels

Manchmal befürchte ich, dass ich nicht der Held bin, den alle in mir sehen.


Seit tausend Jahren ist die Erde von Asche und Nebel bedeckt, und ein unsterblicher Herrscher regiert über das versklavte Volk der Skaa. Doch der Nebel erweckt geheimnisvolle, magische Kräfte in einigen Auserwählten. Kräfte, die in einem dieser "Nebelgeborenen" einen unglaublichen Plan reifen lassen: den Obersten Herrscher zu stürzen...


Das Cover ist in Brauntönen gehalten, verschiedene Symbole umgeben den Schatten einer Person. Durch die Waffe und den wehenden Mantel denke ich mal, dass es sich um einen Nebelgeborenen im Nebelmantel handelt und dadurch passt das Cover perfekt :)

Das Straßenmädchen Vin lebt nach dem Verrat ihres Bruders allein in einer Diebesbande. Doch etwas macht sie besonders, ihr "Glück", das ihr die Fähigkeit gibt, andere in gewisser Weise zu beeinflussen. Eines Tages zieht sie dadurch die Aufmerksamkeit eines Stahlinquisitors auf sich und auch die von Kelsier, dem Überlebenden aus den Gruben von Hathsin. Er weiht sie in die Geheimnisse ihres "Glücks" ein, denn genau wie er ist Vin eine Nebelgeborene. Das bedeutet, sie kann alle zehn Arten von Metallen verbrennen und nutzen. Somit wird sie ein wichtiger Bestandteil ins Kelsiers Plan, der auf nichts geringeres zielt als den Sturz des Letzten Reiches. Im Kampf gegen die Unterdrückung der Skaa wird Vin immer besser im Umgang mit ihrer Allomantie, aber es wird nicht nur für sie gefährlicher und sie muss lernen, zu vertrauen. 

In „Kinder des Nebels“ gibt es sehr viele Charaktere und ihnen allen wenigstens den Hauch von  Mehrdimensionalität einzuhauchen, ohne dabei die Hauptperson zu vernachlässigen, ist eine verdammt schwere Aufgabe – die Sanderson fantastisch gemeistert hat.
Man bekommt von allen wichtigen Nebenfiguren ein so genaues Bild, dass man ihren Charakter verstehen und nachvollziehen kann. Alle haben ihre eigene Geschichte, ihre Eigenheiten und Sorgen.
Übertroffen wird die Charakterausarbeitung allerdings noch bei der Hauptfigur Vin. Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Protagonist ein so genau erstelltes Charakterprofil aufweist, welches man nach und nach aufdeckt und somit auch Vin bzw. Valette besser kennenlernt. In ihr wird vor allem eine unglaubliche Entwicklung deutlich, deren Ausarbeitung vom Anfang als Straßenkind bis zum Ende als mutige Rebellin so authentisch war, dass Vin mir in jeder Situation sympathisch und als nachvollziehbar handelnd aufgefallen ist.
Auch wenn ich sagen muss, dass ich ihre Valette-Seite noch einen Tick mehr mag – die flirtet besser. 


Sehr bemerkenswert ist zuallererst die Grundidee, auf der die Welt aufbaut, in der "Kinder des Nebels" spielt - mit dem Nebel kam die Allomantie, die Kunst Metalle zu benutzen, um die eigenen Fähigkeiten zu verstärken. Die Metalle sind in ihren Wirkungen und Beziehungen sehr gründlich ausgearbeitet und, was ich sehr erstaunlich finde, einen Großteil davon konnte ich mir sogar merken (sogar die Leute dazu!) :D Das Verbrennen von Weißblech erhöht beispielsweise die körperliche Stärke. Aber die Metalle können auch negative Auswirkungen haben, was ich mir ebenfalls sehr gut gefällt. 

Ich hatte bei diesem Buch keine Orientierungsschwierigkeiten, wie es mir sonst oft bei neuen Welten geht, weil ich mir die ganzen Stadtnamen und Lagepunkte nicht merken kann und somit auch keinen Überblick über die Bewegung der Figuren habe. Hier hat sich der Großteil der Handlung in Luthadel oder Fellise abgespielt, wodurch das Ganze überschaubar geblieben ist :)

Neben den fantastisch ausgearbeiteten Charakteren muss ich auch den Schreibstil Sandersons loben: Er hat es tatsächlich geschafft, mir die komplexen politischen Angelegenheiten verständlich zu präsentieren, sodass ich als Leser auch verstanden habe, was es bedeutet, wenn beispielsweise dem Hause Wager das Atium gestrichen wird oder im Garten des Hauses Tekiel eine Leiche auftaucht.

Das Buch ist ziemlich dick und ich war aus der Übung im dicke Bücher lesen :D Aber ich habe es geschafft und bin dankbar, dass wirklich die komplette Rebellion, von der Idee über die Durchführung bis zum bitteren Ende, in einem Buch stehen und nicht auf drei Teile verteilt. Es gibt zwar nach "Kinder des Nebels" noch Folgebände, das halboffene Ende erlaubt es aber, dass man es durchaus als Einzelexemplar lesen kann.


Titel: Kinder des Nebels
Reihe: Mistborn 01

Autor: Brandon Sanderson 
Verlag: Heyne Verlag
Preis:
 15,00 € 

Altersempfehlung: ab 14 Jahre (meine Empfehlung)


Natsch und Chianti bei den Farbklecksen begrüßt
MissDuncelbunt.



Quelle

Kommentare:

  1. Mir macht das Cover Angst... :D

    Emma ♥

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  2. Ich finde das Cover genial.
    Hätte aber irgendwie trotzdem nicht vermutet, dass das Buch dich so begeistern kann. :)

    Liebe Grüße :*

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    1. Hätte ich auch nicht gedacht am Anfang, aber es wurde dann richtig richtig gut :D
      Lies das!

      Liebe Grüße ;*

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    2. Ich weiß nicht. Trotz deiner genialen Rezension reizt mich das Buch jetzt irgendwie nicht so sehr :/ :D

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    3. Es ist speziell... und fett. Ich glaub, da muss man wirklich Sommerferien haben, um sowas zu lesen :D

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    4. Dir ist klar, dass du nicht gerade dabei bist, mich davon zu überzeugen, das Buch zu lesen!? :D

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    5. Ja, ist mir klar :D Aber ich muss ja nicht davon leben, Leuten Bücher zu verkaufen xD Von daher darf ich ehrlich sein ^^

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Danke für deinen Kommentar ♥