Samstag, 15. Februar 2014

Rezension - Der wiedergefundene Freund

Oh Gott, hoffentlich bin ich nicht ganz aus der Übung mit dem Rezensionen schreiben ^^

Der wiedergefundene Freund

Er trat im Januar 1932 in mein Leben.

Zwei 16jährige Jungen besuchen die gleiche exklusive Schule. Der eine, Hans Schwarz, ist der Sohn eines Arztes, der andere, Konradin von Hohenfels, entstammte einer reichen Adelsfamilie. Zwischen den beiden entspinnt sich eine innige Freundschaft. Bis ein Jahr später die Beziehung zerbricht. 

Das Cover ist im typischen Diogenes-Stil gehalten, den ich persönlich nicht so mag. Auf dem Bild sind zwei Jungen in Diskussion zu sehen. Das Aussehen wurde auf Konradin und Hans angepasst, das finde ich wiederum gut. Ist ja auch nicht selbstverständlich ^^


Hans Schwarz ist ein interessanter Junge. Er macht sein Ding, kämpft für seine Interessen und weiß gleichzeitig, wann es genug ist. Er liest viel und träumt davon, ein berühmter Schriftsteller zu werden. Allerdings bleibt er auf dem Teppich und wirkt damit durchweg glaubwürdig. 
Konradin ist ebenfalls sehr glaubhaft dargestellt - er repräsentiert den Konflikt eines Deutschen mit jüdischen Freunden in den Anfängen des Nationalsozialismus. Seine Ansichten sind nicht unbedingt ehrenwert, aber dadurch authentisch. 


Zum Glück habe ich den Klappentext nicht gelesen, bevor ich das Buch aufgeschlagen habe. Als Geschichts-Leistungskursler reagiere ich ein bisschen allergisch auf Nationalsozialismus, das würdet ihr auch, wenn ihr euch zehn Wochen lang knappe vier Stunden pro Woche mit dem Thema beschäftigen würdet - nachdem ihr alles in der Zehnten schon mal durchgekaut habt!
Auf jeden Fall hat mir der Klappentext jegliche Vorurteile erspart. Der Schreibstil ist einfach und flüssig, die Charaktere handeln nachvollziehbar und irgendwie hat mich die Entwicklung der Freundschaft zwischen Hans und Konradin in ihren Bann gezogen. Weil der Nationalsozialismus sich zur Zeit der Handlung noch in seinen Anfängen befand, war er nicht so präsent, dass es mir den Finger in den Hals getrieben hätte, dadurch wurde mir dieses eindringliche Leseerlebnis nicht versaut ^^


Was mir aber am allerbesten gefallen hat, war der Schluss. Ich kann ihn nicht beschreiben, ohne zu spoilern, aber... der Kontrast zwischen Brief und dem letzten Satz, der letzte Satz an sich - das war wie ein Schlag ins Gesicht, bumm aus und SCHLUSS! Ohne Ausschmückungen, nüchtern hingeworfen, sieh zu lieber Leser, was du daraus machst... Hach, dieses Ende ist fantastisch geschrieben *-* 

Titel: Der wiedergefundene Freund 
Autor: Fred Uhlmann
Verlag: Diogenes Verlag
Preis:
 7,90 € 
Altersempfehlung: ab 14 Jahre (meine Empfehlung)


Der Diogenes Verlag ist ja nicht gerade bekannt für YA-Literatur.
Lest ihr ab und zu Bücher in diese Richtung? 

In einen entspannt-faulen Tag stürzt sich
MissDuncelbunt.
Fred Uhlman  |  Der wiedergefundene Freund  |  Erzählung, Taschenbuch, 128 Seiten | € (D) 7.90 / sFr 10.90* / € (A) 8.20


Kommentare:

  1. :) Das ist aber toll, dass du meinen Film sehen willst. Ich werd mal schauen, vielleicht lade ich ihn ja hoch.. LG

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